TRAFO

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Landschaftliche Einbettung und gestalterische Transformation einer Trafostation

Kontext und Herausforderung

In unmittelbarer Nähe zur geschützten barocken Gartenanlage des Schlosses Hinter-Bleichenberg in Biberist sollte eine neue Transformatorenstation realisiert werden. Die Situation war sensibel: Der Ort liegt in einer landschaftlich und historisch bedeutenden Umgebung. Die ursprüngliche Planung sah eine standardisierte Station in Sichtbeton vor, deren Gestaltung hinsichtlich Materialität, Massstab und visueller Präsenz als ungeeignet beurteilt wurde. Die massive, unbehandelte Betonhülle hätte in der sensiblen Umgebung einen störenden Kontrast gesetzt und weder Rücksicht auf die historischen Blickbeziehungen noch auf die landschaftliche Einbindung genommen. Sie wurde daher von den kantonalen Stellen nicht genehmigt. Der Netzbetreiber BKW Energie AG beauftragte uns daraufhin, ein Konzept zur landschaftlichen Einbettung zu entwickeln.

Tarnung als Strategie der landschaftlichen Einbettung

In meiner Verantwortung lag die Entwicklung eines gestalterischen Konzepts, das der historischen und landschaftlichen Bedeutung des Ortes gerecht wird. Die daraus entstandene Farbgestaltung war das Ergebnis eines kontextbezogenen Entwicklungsprozesses. Das Thema der Tarnung wurde in einer zeitgemässen Gestaltungssprache neu interpretiert. Dabei nehmen die Farbfelder die horizontale Gliederung der Juralandschaft auf und referenzieren auf die historische Relevanz des Ausblicks in die Landschaft.

Koordination mit Denkmalpflege, Auftraggeberin und Ausführungspartnern

Die enge Abstimmung mit der Fachstelle Heimatschutz (Landschafts- und Ortsbildschutz) war zentral für die Projektentwicklung. Die BKW zeigte als unsere Auftraggeberin grosses Engagement, indem sie offen für gestalterische Vorschläge war und aktiv an Abstimmungen teilnahm. In mehreren Entwicklungsschleifen wurde das Gestaltungskonzept verfeinert, überprüft und angepasst. Die Umsetzung erfolgte anschliessend in Zusammenarbeit mit dem Graffiti-Künstler Philipp Kummli (@soliograff).

Aussicht inszeniert

Die neue Trafostation fügt sich selbstbewusst in die Umgebung ein. Sie tritt nicht in Konkurrenz zur historischen Parkanlage, sondern nimmt Bezug auf deren Qualitäten und führt die landschaftliche Inszenierung zeitgemäss weiter. Die Aussicht – einst Anlass für den Bau des Landsitzes der Familie von Roll – bleibt erlebbar und wird durch die Gestaltung subtil akzentuiert.

Ausblick auf zukünftige Projekte

In diesem Projekt konnten wir wertvolle Erkenntnisse über Gestaltung und Umsetzung gewinnen. Diese Erfahrungen lassen sich auf künftige Vorhaben übertragen – auch ohne komplexe denkmalpflegerische Prozesse und mit reduzierten Budgets. Entscheidend ist, dass eine kontextbezogene Gestaltung von Beginn an mitgedacht wird.